GAZA 28.08.2008 (STARS/CITIES), Tintenstrahldruck
„Die Erinnerung ist ein abgelegtes Kleidungsstück, das, so schön es auch ist, doch nicht passt, da man aus ihm herausgewachsen ist. Die Wiederholung ist ein unzerschleissbares Kleid, das fest und doch zart anschliesst, weder drückt noch schlottert“ (Sören Kirkegard, Die Widerholung, in: Werke, hg. Von Ernesto Grassi, Reinbech 1961, Band II, 7).
Einleitung:
PLATTEN
Um 1987 hatten sich in meinem Atelier so viele bemalte Leinwände angesammelt, so dass etwa ein Viertel des Ateliers mit dem Bilderlager belegt war. Niemand wollte diese Bilder mehr sehen. Aber ich konnte die alten Arbeiten nicht einfach entsorgen (wegwerfen). Ich musste mir etwas einfallen lassen. Ich begann die bemalten Leinwände in schmale, kurze Streifen zu schneiden (ca. 6 cm lang und 3 mm breit). Portionen dieses neutralisierten Materials vermengte ich mit flüssigem Knochenleim. Die noch feuchtwarme Masse presste ich mit einem Spachtel in eine mit Trennmittel (Schellack) behandelte Passform aus Holz (zuerst 29.7 x 21.0 x 1.5 cm, später 30 x 30 x 1.5 cm, oder auch 40 x 20 x 1.5 cm) und ließ die geformte, flach gepresste Masse antrocknen. Nach etwa einer Stunde konnte ich die noch elastische Platte aus der Negativform lösen. Pro Tag schaffte ich 2 – 3 solcher Platten, welche ich jeweils zum Trocknen auf einem Holzrost auslegte. Um eine gleichmäßige Austrocknung von Vorder- und Rückseite und um die gewünschte Flachheit der Platte zu erreichen, mussten die Platten regelmäßig gewendet werden. Nach etwa einem Jahr hatte sich mein raumgreifendes Bilderlager in einen Stapel flacher, harter Platten aus Leinen, Grundierungen, Farbe und Knochenleim verwandelt (ca. 80 – 100 Platten, Abbildungen 2 und 3).
GAZA JUNI 2007, (ORNAMENTAL), Tintenstrahldruck